Der Australische Wildhund – Der Dingo

Bei dem australischen Dingo handelt es sich um einen verwilderten Haushund.
Demnach ist er kein Wildhund, wie häufig beschrieben wird, sondern muss eher mit dem Wort „Wildling“, wie bereits von Eberhard Trumler bemerkt, bezeichnet werden.
Genau betrachtet ist der Dingo ein interessantes und erstaunliches Tier, besonders im direkten Vergleich mit anderen Hunderassen, denn dieser Hund verfügt über einzigartige Eigenschaften, die besonders auf den Menschen eine gewisse Faszination ausüben. Der Dingo überzeugt sicherlich eher durch sein starkes Gebiss als durch sein Gebell, denn Dingos sind dafür bekannt kaum, und wenn dann nur kurz und einsilbig bellen zu können. Ihr Gebiss hingegen ist dafür umso beunruhigender, denn dieses glänzt alleine schon mit größeren und längeren Zähnen als bei einem herkömmlichen Haushund.

Nichts desto trotz führt der Dingo kein einfaches Leben. In Australien wird mit einem „Dingo-Frühstück“ ausgesagt, dass keine Nahrung für ein Frühstück vorhanden ist, das hat damit zu tun, dass die Wasser- und Nahrungsknappheit den Dingo dazu zwingt sein Überleben sehr einfallsreich zu sichern.

Aufgrund dessen sind Dingos in Wüstenregionen oftmals sehr schlank, wirken teilweise schon ausgehungert, da nicht genug Nahrung vorhanden ist um an Fett zu gewinnen.
Domestizierte Dingos sind in der Regel kräftiger. Das erste Mal erschien der Dingo vor 10.000 Jahren in Asien.
Fälschlicher Weise wird angenommen, dass der Dingo eine Kreuzung aus Wolf und Haushund sei, da man damals versuchte den Wolf zu zähmen.
Je
doch lebten die Vorfahren des Dingos als Haushunde in Asien und haben rein gar nichts mit dem Wolf zu tun.

Aus DNA-Analysen geht hervor, dass der Dingo den australischen Boden etwa vor 5.000 das erste Mal betrat.
Das Wort „Dingo“ als Bezeichnung für die Tiere dieser Hundefamilie, ist ein Wort, eines heut zu tage ungesprochenen Dialektes der australischen Ureinwohner, der Aboriginees.

Dingo TOP20 Fakten

  • Dingos können nicht richtig “bellen” (dafür aber sehr gut heulen)
  • Dingos kommunzieren und verständigen sich überwiegen über entsprechende Heul- und Fieptöne
  • Dingos sind normalerweise scheu und meiden den Menschen
  • Dingos sind sehr intelligente Tiere und leben wesentich autonomer als ihre Artgenossen (deshalb sind sie auch schwerer zu trainieren)
  • Dingos sind Fleischesser und gruppieren sich für die Jagd nach größeren Tiere zusammen
  • Sie verzehren aber auch durchaus Reptilien, Insekten oder Aas, um ihr Überleben zu sichern
  • Die Handgelenke von Dingos sind einzigartig und durch die Rotation ihrer Pfoten können sie beispielweise Türen öffnen
  • Dingos können ihren Kopf um fast 180° Grad drehen und verlieren damit nie den Überblick
  • Die Ohren der Dingos stehen nahezu permanent aufrecht (Stehohren)
  • Dingos sind in warmen Regionen vorrangig nachtaktiv und in kühleren Gebieten sieht man sie auch tagsüber durch die Landschaft streifen
  • Die Heimat der Dingos befindet sich in Australien und Südostasien (an erster Stelle Thailand)
  • Nach ungefähr vier Monate fangen die Welpen an, sich kleinen Spielen wie der Jagd zu widmen
  • Männliche Dingos sind durchschnittlich größer und schwerer als die Weibchen.
  • Der australische Dingo ist bekannt für sein rötlich-gelbes Fell (Sandfarben), der weißen Brust und dem buschigen roten Endstück
  • Es gibt auch schwarze Dingos mit braun-gelblichem Muster, hellbraune oder weiße Dingos
  • Die Lebenszeit der Dingos in der Wildnis wird auf bis zu 10 Jahre geschätzt (Normalerweise werden sie aber nur fünf bis sechs Jahre alt), In der Händen von Menschen, können sie aber auch schon durchaus mal bis zu 15 Jahre alt werden
  • Die Eckzähne der Dingos sind größere als die der normalen Haushunde
  • Die Tragzeit der Welpen beträgt circa zwei Monate und ein Wurf findest meist einmal pro Jahr statt (Der durchschnittliche Wurf schenkt ungefähr fünf bis sechs Welpen das Leben)
  • In der Paarungszeit finden die hochsozialen Tieren zusammen und ziehen ihre Welpen gemeinsam auf
  • Ein Rudel setzt sich meist aus bis zu 12 Dingos zusammen und wird vor anderen Revieren/Rudeln beschützt (Eindringlinge werden überlicherweise getötet)

Die Ursprünge – Woher kommt der Dingo?

Irrtümlichweise wird angenommen, dass der Dingo mit den Aborigines nach Australien kam. Tatsächlich erreichten die Aborigines Australien vor rund 50.000 Jahren, während der Dingo erst vor 5000 Jahren den australischen Boden betrat. Den Beweis dafür fand man 2004 mit der DNA Analyse von Dingos, welcher in “Proceedings of the National Academy of Sciences” veröffentlicht wurde. Ein Team von Wissenschafltern untersuchte hierfür die DNA von 211 Dingos aus ganz Australien, 676 Hunde anderer Kontinente, 38 eurasische Wölfe und 19 voreuropäische, archäologische Hundeproben aus Polynesien. Die Analysen zeigten, dass sich Dingos einen hohen Anteil ihrer DNA mit Hunden aus Ostasien teilen. Durch die Unterschiede in der DNA von Dingos und den ostasischen Hunden ließ daraus schließen, dass der Dingo also erst vor 5000 Jahren nach Australien kam.

Die Wissenschaftler schlussfolgerten das der Dingo ein Nachfahre von ostasischen Haushunden sein muss. Die australischen Dingos sind möglicherweise aus einer kleinen Anzahl an Hunden, wahrscheinlich aus nur einem Männchen und einem Weibchen, welche zu einem einzigen Ereignis in Australien eingetroffen sind, entstanden. Es wird angenommen, dass der ostasische Hund und somit auch der Dingo von dem indischen Wolf abstammt. Durch Studien von Dingo Skeletten fand man heraus, dass diese den Skeletten der Pariahunde und Wölfe sehr stark ähneln. Dingos scheinen ihren Platz zwischen Hunden und Wölfen einzunehmen. Dennoch sind sie keine direkten Nachfahren des Wolfes noch entstammen sie dem Versuch, den Wolf, im Sinne einer Paarung zu zähmen.

Dingo Welpen – Ein Wurf pro Jahr

Im Herbst jeden Jahres paaren sich die australischen Dingos und bereits 60 Tage später werden die Welpen geboren. Dingos produzieren im Jahr einen Wurf, welcher durchschnittlich aus zehn Dingowelpen besteht. Nichts desto trotz variiert die Anzahl der Welpen, diese kann zwischen einem und zehn Welpen liegen. Doch die Natur ist grausam! Welpen eines nicht-dominanten Weibchens werden in der Regel von dem dominanten Weibchen des Rudels getötet, denn das dominante Weibchen toleriert einzig und allein ihre eigenen Welpen. Bei der Aufzucht der Welpen des dominanten Paares helfen alle Rudelmitglieder, sowohl Weibchen als auch Männchen.
In den ersten zwei Wochen ihres Lebens werden die Dingowelpen bloß von der Muttermilch ernährt. Danach wird ihr Speiseplan durch hochgewürgtes Fleisch ergänzt.
Nach etwa acht Wochen sind die Dingowelpen von ihrer Mutter entwöhnt und ernähren sich nun von Vögeln, Eidechsen, Mäusen, Ratten, Kaninchen, Schafen, Kangaroos und allem was ein ausgewachsener Dingo töten oder fangen kann. Mit dem Alter von vier Monaten erreichen Dingos ihre Unabhängigkeit, dennoch verbringen sie danach noch einige Zeit im Rudel ihrer Eltern.
Haben sie ein Alter von zwei Jahren erreicht so sind Dingos ausgereift und alt genug um sich zu vermehren.